Zur Übersicht

Balingen, 2004

Schulzentrum Zollernalbkreis

Der Entwurf für das neue Berufsschulzentrum in Balingen behandelt verschiedene Ebenen der städtebaulichen, architektonischen, organisatorischen und pädagogischen Planung.

Organisation

Die übergeordnete Ebene der städtebaulichen Einbindung der Erweiterung wurde durch einen radikalen Schnitt neu gestaltet. Das bestehende Berufsschulzentrum aus den 1980er-Jahren hat in seiner strikten Trennung von Unterrichtsgebäude und Werkstätten und in seiner indifferenten Anbindung an den öffentlichen Raum aus heutiger Sicht wenig erkennbare Haltung und Gestalt aufzeigen können. Die Neuanlage der Schulerschließung über den sogenannten “Bildungsboulevard”, eine 350 m lange Pergola, stellt neue Verbindungen und Verknüpfungen zwischen den Gebäuden her und kanalisiert alle Personenbewegungen auf einen gemeinsamen Weg der Kommunikation. Die Anbindung der Pergola an den öffentlichen Raum ermöglicht eine Durchwegung des Schulgeländes für die Öffentlichkeit.

Die Ebene der Gebäudestellung und Gebäudetypologie setzt neue Standards. Alterierende Pavillons für Theorie und Praxis sind so angeordnet, dass in Verbindung mit der bestehenden Bausubstanz ein System an Wegen und Höfen entsteht. Die Gestalt des Freiraums definiert die Schulanlage in der Qualität eines “Campus”. Die Pavillons selbst sind als eingeschossige Baukörper ausgebildet. Alle Aufenthaltsräume orientieren sich zu den Höfen. Die enge Verbindung von Innen und Außen lässt eine motivierende Atmosphäre entstehen.

Gebäudenutzung

Die Nutzung wird durch ein nachhaltiges gebäudetypologisches Konzept behandelt. Theorie und Praxis werden unabhängig von den in den Normen geforderten Raumzuschnitten in direkter Zuordnung in den Pavillons untergebracht. Die Veränderung der Nutzungen kann in Abstimmung mit derzeitigen und künftigen pädagogischen Modellen innerhalb der Gebäude frei verändert werden.

Gestaltung

Die Gestalt ergibt sich aus einer einfachen Kette konstruktiv gestalterischer Entscheidungen. Die Logik des Tragwerks, die Disziplin des Materials und die Anforderung an Transparenz und Transluzenz erzeugen eine robuste und gleichermaßen leichte Architektursprache, die der Schulanlage einen neuen Geist gibt.

Insgesamt zielt der Entwurf auf eine Integration von Neuem und Altem. Die Verschmelzung der Teilaspekte lässt ein Neues Ganzes entstehen: Bildungsboulevard und Campus sollen der Berufschule die Möglichkeit geben, ihre pädagogischen und fachlichen Inhalte auch durch die äußere Erscheinung in die Zukunft zu transportieren.

Bauherr Zollernalbkreis
Architekt Aldinger Architekten
Planung 2002 – 2004
Bauzeit 2003 – 2004
BGF 7.200 qm
BRI 36.200 cbm
Baukosten 12,7 Mio. €