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Reformation und Architektur

Reformation und Architektur, Neustadt an der Weinstraße

Die Architektenschaft in Rheinland-Pfalz sieht sich seit Langem dem Thema Bildung verpflichtet, in der Regel anhand konkreter Bauaufgaben. „Bildender Raum“ will das Thema in den Kontext des reformatorischen Kulturereignisses 2017 stellen. Für Luther setzte ein mündiger Glaube voraus, dass jeder und jede selbst die Bibel lesen, verstehen und weitergeben konnte, also sprachfähig im Glauben war.

Dieser reformatorische Ursprung für Bildung und Bildungsverantwortung musste soziokulturelle Auswirkungen haben, die weit über das kirchliche und religiöse Engagement in Politik und Wirtschaft, in Wissenschaft, Kunst und Kultur hinausgereicht haben. Es spiegelt
sich sowohl im gesellschaftspolitischen Selbstbewusstsein und in der machtpolitischen Autoritätsverlagerung als auch in der tatsächlichen Errichtung von Bildungshäusern, von Schulen und Universitäten als Orte des akademischen Diskurses.

Die Veranstaltung „Bildender Raum“ will die Zusammenhänge aufzeigen zwischen philosophisch-theologisch begründeter Bildungsanforderung und ihrer institutionellen Folgewirkungen im Bereich des Schulbaus, der Bibliotheken und der Räume des Lernens insgesamt.
Im Vordergrund steht nicht die museale Betrachtung historischer Baudenkmäler, sondern die Debatte um die bildungspolitischen Herausforderungen der Gegenwart sowie die infrastrukturellen und baukulturellen Anforderungen der Zukunft.

Referenten

  • Gerold Reker, Präsident der Architektenkammer Rheinland Pfalz
  • Walter Schumacher, Staatssekretär Kultur Rheinland Pfalz
  • Prof. Dr. Karlo Meyer, Theologe, Universität des Saarlandes
  • Prof. Jutta Allmendinger Ph.D., Präsidentin Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Prof. Jörg Aldinger, Architekt