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Preisgericht, Deutz
Präsentierten den 1. Platz des Architekturwettbewerbs (v.l.n.r.): Frank Boss, Franz-Josef Höing, Thomas Böll, Ulrike Lubek, Prof. Jörg Aldinger und Detlef Althoff. Foto: Geza Aschoff / LVR

Freitag, März 10, 2017

Engagement für Architektur und Städtebau – Prof. Jörg Aldinger leitet Wettbewerbsjury um Verwaltungsneubau in Deutz

In Preisgerichten werden wesentliche Entscheidungen zu Stadtgestalt und Stadtraum getroffen. In Köln leitete Prof. Jörg Aldinger neben seiner Teilnahme an zahlreichen weiteren Preisgerichten in ganz Deutschland auch die Jury des neuen LVR Hochhauses (Landschaftsverband Rheinland) in Deutz.
21 Arbeiten aus Deutschland und den Niederlanden hatte die 31-köpfige Wettbewerbs-Kommission zu bewerten, als sie am 20. Februar 2017 antrat, die drei besten Entwürfe an städtebaulich markanter Stelle in Deutz zu küren.

Das Bauvorhaben soll nach dem Abriss des 1966 am Ottoplatz erbauten und seit 1986 vom LVR als Zentrale genutzten Gebäudes auf gleichem Grundstück bis 2024 realisiert werden. Es gilt als besonders anspruchsvoll, da der Büro-Neubau in Hauptbahnhofnähe neben einer zweigeschossigen Tiefgarage und einer siebengeschossigen Mantelbebauung auch einen bis zu 73 Meter hohen Büroturm vorsieht. Es besteht eine Sichtachse zum Kölner Dom als Weltkulturerbe, die berücksichtigt werden muss. „In diesem Umfeld Baukultur zu schaffen, ist ein Balanceakt zwischen gutem Stadtbild und Wirtschaftlichkeit,“ sagt Jörg Aldinger als Vorsitzender der Jury zu dem 38.000 qm Bruttogeschossfläche umfassenden Vorhaben, das voraussichtlich rund 89 Millionen Euro kosten soll.
Im März letzten Jahres hatte der Landschaftsverband Rheinland (LVR) das Wettbewerbsverfahren nach Gesprächen mit der Stadt Köln der Fortführung des Bebauungsplanverfahrens vorangestellt. Ziel dieses seit dem 7. September 2016 laufenden europaweiten Wettbewerbs war: „In Anbindung an den neugestalteten Bahnhofsvorplatz eine einprägsame Stadtteilsilhouette und eine hohe Qualität des öffentlichen Raumes zu schaffen“, so LVR-Direktorin Ulrike Lubek.

Siegerentwurf öffnet sich mit Vorplatz der Stadt

Nach der mehrstündigen Sitzung wählte die Jury aus Vertreterinnen und Vertretern von Politik und Verwaltung des LVR und der Stadt Köln sowie Architektinnen und Architekten drei Siegerentwürfe aus und vergab fünf Anerkennungen.
kadawittfeldarchitektur aus Aachen erhielten den 1. Preis, SAA Schweger Architekten GmbH aus Hamburg konnten Platz 2, das Berliner Büro Barkow Leibinger Architekten Platz 3 belegen.
„Die Siegerentwürfe bilden eine hervorragende Grundlage für das anschließende Bebauungsplanverfahren. Die genaue Gestaltung des neuen Baukörpers wird konkreter und damit auch für die Öffentlichkeit besser vorstellbar“, so Detlef Althoff, Baudezernent des LVR.

So schlagen kadawittfeldarchitektur einen an der Opladener Straße gegenüber des Ottoplatzes lang gestreckten circa 75 Meter langen Vorplatz vor, wodurch der Entwurf die bisherige stadträumliche Situation aufgreift und den Raum als repräsentativen Vorplatz des LVR der öffentlichen Nutzung widmet. Auch führt die Grundrissstaffelung des Hochhausbaukörpers am Ottoplatz zu einer wohlproportionierten, schlanken Fassade, wie die Jury lobend feststellt. Das Hochhaus fußt, für den Betrachter nachvollziehbar, auf dem Vorplatz und bildet die räumliche Fassung dieses neuen Stadtraumes, vis-à-vis des Deutzer Bahnhofs.

Zentraler Beitrag für Baukultur

„Der Architektenwettbewerb ist ein zentraler Beitrag für Baukultur“ fasst Jörg Aldinger die Jury-Entscheidung zusammen. „Insbesondere das Projekt des LVR wird die Silhouette, den Stadtraum und die Architektur der Stadt Köln bereichern. Der erste Preis verbindet alle Betrachtungsebenen sensibel und souverän und bietet für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LVR qualitätsvolle Arbeitsplätze in zentraler Lage in Deutz.“

Mit den Architekturbüros des Siegerentwurfes sowie der zwei weiteren Entwürfe wird der LVR nun ein Verhandlungsverfahren durchführen. Letztlich fällt in diesem Verfahren die Entscheidung für einen Entwurf, der dann realisiert wird. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Mitte 2021 geplant.

Preisträger

  • 1. Platz: kadawittfeldarchitektur, Aachen
  • 2. Platz: SAA Schweger Architekten GmbH, Hamburg
  • 3. Platz: Barkow Leibinger Architekten, Berlin

Anerkennungen

  • Staab Architekten, Berlin
  • JSWD Architekten GmbH, Köln
  • Rhode Kellermann Wawrowsky GmbH, Düsseldorf
  • Wittfoht Architekten, Stuttgart
  • Wulf Architekten GmbH, Stuttgart

Die Wettbewerbsarbeiten können werktags vom 13. bis 24. März 2017 von 9 bis 19 Uhr im LVR-Landeshaus, Kennedy-Ufer 2, 50679 Köln angesehen werden.