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Bietigheim-Bissingen, 2011

Marktplatz Arkaden

Das Arkadengebäude wurde zu Beginn der 1930er Jahre fertiggestellt und zuletzt in den 1980er Jahren umgebaut. Es liegt zwischen dem historischen Rathaus und der Stadtkirche, direkt am historischen Marktplatz von Bietigheim, in einem denkmalgeschützten Kontext. Das ursprünglich U-förmige Gebäude bestand aus mehreren Gebäudeteilen, die einen offenen Innenhof ausbildeten, der sich im Norden zur Kirche öffnet. Das Arkadengebäude wurde hauptsächlich von der Stadtverwaltung genutzt.

Projekt

Um moderne, hochwertige Verkaufsräume an einem zentralen Standort einzurichten war es erforderlich das Gebäude im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss zu entkernen.

Der bisher offene Innenhof wurde überdacht und in eine zweigeschossige, großzügige Erschließungshalle umgewandelt, die als öffentliche Passage die untere Marktplatzebene mit dem höher liegenden Kirchplatz verbindet.
Die neu erstellten Verkaufsflächen bieten durch flexible Glastrennwände die Möglichkeit sich zur Halle hin großzügig zu öffnen. Durch neu in die Arkadenbögen eingesetzte Verglasungen entsteht im Erdgeschoss zusätzlicher Innenraum und einladende, großzügige Schaufensterflächen.

Die Obergeschosse 2 und 3 wurden für die Stadtverwaltung zu hochwertigen Büros umgebaut und mit moderner Haustechnik ausgestattet. Neben der brandschutztechnischen Nachrüstung des gesamten Gebäudes wurden zwei neue Fluchttreppenhäuser in den Bestand implantiert.

Der Einbau eines neuen Quergiebels am Kirchplatz erzeugt in den oberen Etagen ein Ringschluss, der kurze Wege in den neuen Verwaltungsräumen erzeugt. Eine Aufzugsanlage ermöglicht die barrierefreie Erschließung des gesamten Gebäudes.

Ein zusätzliches Untergeschoss unter dem Innenhof und an der Pfarrstraße schafft Platz für die erforderlichen neuen Neben- und Technikräume.

Auf der Marktplatzseite wurde eine Stadtloggia aus geschwungenen Stahlstäben ergänzt. Die Geländerkonstruktion nimmt die Form der Arkadenbögen auf und erzeugt unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten im öffentlichen Raum, die bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen auf dem Bietigheimer Marktplatz bespielt werden.

Material

Der zurückgesetzte Stahlbau des neuen Quergiebels erhält eine homogene Kupferverkleidung, die den neuen Baukörper sichtbar gegen den Bestand absetzt und gleichzeitig den neuen Zugang markiert. Die Kupferverkleidung wird in der Halle in Form einer aufgelösten Streckmetalldecke fortgesetzt. Im Süden wird die Kupferstruktur in Form einer großen Toranlage am neuen Haupteingang an der Hauptstraße abgeschlossen.

Neue Bauteile und Eingriffe in den Bestand wurden zurückhaltend behandelt um das Gesamterscheinungsbild des Gebäudes im historischen Kontext nicht zu stören. Das Thema Kupfer wird variierenden eingesetzt, begleitet die neuen Zugänge und die öffentliche Passage und markiert die neue Nutzung des Gebäudes im öffentlichen Raum.

Bauherr Stadt Bietigheim-Bissingen
Architekt Aldinger Architekten
Planung 2008 – 2009
Bauzeit 2009 – 2011
BGF 4.600 qm
BRI 15.400 cbm
Baukosten 9,1 Mio. €